Angepinnt Die operativen Möglichkeiten kurz erklärt

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    • Die operativen Möglichkeiten kurz erklärt

      Quelle: stern.de/gesundheit/ernaehrung…-OP-Fettsucht/615783.html
      Die angehängten Grafiken sind c) Martin Freiling aus o.g. Quelle.





      Hat die Leibesfülle gefährliche Ausmaße angenommen, ist eine Operation vielleicht der einzige Ausweg: Denn vielen Superdicken nützen weder Medikamente noch Diäten oder Sport. Dann baut ein Chirurg den Magen-Darm-Trakt um. Doch das Messer hilft nicht allen Betroffenen - und der Eingriff birgt Risiken.

      Ist der eigene Leib zur lebensbedrohlichen Last geworden, ist eine Operation oft der einzige Ausweg. Meist können sich viele der Betroffenen die Schuhe nicht mehr selbst zubinden. Sie sind kaum noch imstande, die Wohnung zu verlassen, weil sie keine Treppen mehr steigen können oder weil sie vermeiden wollen, dass sie auf der Straße von Passanten angestarrt werden. Ihr enormes Übergewicht treibt sie in die Isolation. Erst dann nutzen viele Adipöse das letzte Mittel der Wahl gegen ihr zentnerschweres Problem: einen chirurgischen Eingriff an Magen oder Darm.

      Mit anderen Methoden ist ihren krankhaften Leibesumfängen in diesem Stadium kaum noch beizukommen. Jenseits eines Body-Mass-Indexes von 40 nützen Medikamente, Diäten oder Sport oft nur noch wenig. Im Gegenteil belasten sie den Patienten häufig psychisch, weil er sich nach jeder beendeten Therapie das Ausgangsgewicht rasch wieder anfuttert. Denn sein Magen ist trotz eines verringerten Energiebedarfs nach wie vor drei bis viermal so groß wie der eines Normalgewichtigen und das Sättigungsgefühl setzt erst viel später ein.

      Seit Jahren steigt die Zahl dieser Superdicken rapide. Deutschland zählt neben den USA und Kuwait zu den Spitzenreitern in punkto Fettleibigkeit. Viele der Schwergewichtigen leiden infolge ihrer Fülle an Depressionen, Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe und Gelenkverschleiß.

      Der Magen wird kleiner oder der Darm kürzer

      Die so genannte Adipositas-Chirurgie setzt heute auf zwei Prinzipien: Wer einen kleineren Magen hat, isst weniger. Und wem im oberen Darmtrakt ein Stück fehlt, nimmt nicht so viele Kalorien und Nährstoffe auf, da Fläche fehlt, um sie zu resorbieren.

      Studien zeigen, dass die Eingriffe das Risiko, an einer Folgeerkrankung des Übergewichts zu sterben, senken. Jedes abgespeckte Kilo steigert die Lebenserwartung um drei bis vier Monate. Dennoch rät die Deutsche Adipositas-Gesellschaft zur Vorsicht. Einige Verfahren seien mit erheblichen Risiken verbunden. Derartige Operationen sollten grundsätzlich als letzte Möglichkeit bei stark Übergewichtigen und nur bei Erwachsenen vorgenommen werden. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sei davon eher abzuraten. Viel wirkungsvoller seien bei ihnen prophylaktische Maßnahmen wie das Umstellen der Ernährung oder Sport. Denn der Körper entwickelt sich noch.

      Generell gilt: Keines der Operationsverfahren reicht allein aus, um dauerhaft die Gesundheit schwer Übergewichtiger zu verbessern. Der Patient muss willens und bereit sein, sein Leben umzustellen. Immerhin ändern sich durch den Eingriff Anatomie und Verdauung enorm. Der Operierte kommt also gar nicht umhin, seine Essgewohnheiten und seinen Lebensstil zu verändern.


      Kirsten Milhahn

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    • Das Magenband (Gastric Banding) Magen mit winzigem Durchlass

      Das Magenband zählt zu den gängigsten Methoden in der Adipositas-Chirurgie.
      Etwa 1500 solcher verstellbarer Gürtel zurren Ärzte pro Jahr um die Mägen übergewichtiger Deutscher. Früher wurde die Bauchdecke großräumig geöffnet, heute operiert die Chirurgin mittels Schlüsselloch-Technik. Das mindert die Risiken während des Eingriffs.

      Per Endoskop legt der Operateur ein Silikonband um den Magen, das wie eine Schlinge einen kleinen Teil des oberen Magens vom großen Restmagen trennt. Die Nahrung sammelt sich im Vormagen und rutscht nur sehr langsam durch das enge Nadelöhr, dass das Band offen lässt. Schnell ist der kleine vordere Teil gefüllt und drückt auf die Magenwand. Rasch stellt sich schon nach wenigen Bissen ein Sättigungsgefühl ein.

      Das Band lässt sich enger oder weiter stellen, je nachdem wie schnell und wie viel der Betroffene abnehmen soll. Es zwingt ihn, weniger zu essen und sorgfältiger zu kauen. Das lässt die Kilos schwinden. In einem Jahr sind bis zu 60 Prozent der Operierten zwei Drittel ihres Übergewichtes los. Wer jedoch mit kalorienreicher Flüssignahrung wie Cola oder Milchshakes trickst, für den ist die Methode wenig Erfolg versprechend.

      Kein nettes Dinner mit Freunden

      Um das Gewicht zu halten, bleibt das Band lebenslang im Körper. Das beeinträchtigt natürlich die Essgewohnheiten und vor allem den Lebensstil: Nahezu unmöglich macht die Magenschlinge ein nettes Dinner mit Freunden. Statt sich angeregt zu unterhalten, ist der Übergewichtige gezwungen, sorgfältig zu kauen. Denn sonst passen die Nahrungsbrocken nicht durch den Engpass, drücken auf die Magenwand und verursachen Schmerzen. Essen Betroffene dennoch auf Dauer mehr als das winzige Reservoir im Magen erlaubt, kann sich die Speiseröhre dehnen. Folgen sind schmerzhafte Entzündungen und Sodbrennen.

      Mitunter kann das Band im Laufe der Zeit aber auch nach oben rutschen, so dass es den Vormagen förmlich abklemmt. Der Operierte bekommt keinen Bissen mehr herunter und sollte schleunigst zum Arzt. In sehr seltenen Fällen wächst das Band in die Magenwand ein und muss komplett entfernt werden.


      Kirsten Milhahn



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    • Schlauchmagen-Operation (Sleeve-Resection) - Der Magen wird dünner

      Chirurgen können Mägen operativ verkleinern, zum Beispiel können sie aus dem beutelförmigen Organ ein schlauchförmiges machen. Betroffene mit Schlauchmagen können einfacher verdauen als solche, die sich ein Magenband haben einlegen lassen.

      Um einen Schlauch aus dem Magen zu machen, durchtrennt der Chirurg das Organ der Länge nach. Die entsprechende Operationsmetode heißt Sleeve-Gastrektomie. Mit einem Schlauchmagen kann die Betroffene ganz normal essen, denn das Organ behält seine natürliche Beweglichkeit.

      Doch es gibt auch Risiken: Isst der Operierte auf Dauer viel mehr als es die enge Magenröhre erlaubt, dehnt sie sich und leiert aus. Zudem kann die Klammernaht, mit der die Außenseite des Magens vernäht ist, bluten oder sich stellenweise sogar lösen - der Magen bekommt Löcher.


      Kirsten Milhahn


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    • Magenbypass-Operation (RNY) - Essen ganz ohne Magen

      In bestimmten Fällen kombinieren Ärzte Magen verkleinernde Eingriffe mit so genannten malabsorptiven Verfahren: Der Darmtrakt wird so umgebaut, dass weniger Nährstoffe aufgenommen werden können.

      Das hierzulande gängigste Kombi-Verfahren ist ein Magenbypass. Dabei wird der Magen im oberen Teil durchtrennt. Am Eingang bleibt ein kleiner Vormagen übrig, der etwa das Fassungsvermögen eines Schnapsglases hat. Den Ausgang des Vormagens vernäht die Chirurgin mit einer hochgezogenen Schlinge des Dünndarms.

      Die Nahrung wird so schnell in den Dünndarm befördert. Durch den großen Rest des Magens und den Zwölffingerdarm gelangt keine Nahrung mehr. Sie werden aber nicht entfernt, sondern bleiben mit dem Dünndarm verbunden und dienen als Zuleitung für Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse.

      Je weiter unten am Dünndarm der Vormagen angenäht wird, desto stärker wirkt sich die Operation aus. Denn je kürzer das Stück Dünndarm ist, desto weniger Zeit bleibt den Verdauungsenzymen, die Nahrung in ihre Bestandteile zu zerlegen. Was nicht zerlegt werden kann, scheidet der Körper wieder aus.

      Betroffene müssen lebenslang Vitaminpillen schlucken

      Etwa 75 Prozent ihres Übergewichts verlieren Patienten infolge dieses Eingriffs. Die Methode wird vor allem bei Adipösen mit einem Body-Mass-Index über 45 durchgeführt und bei stark übergewichtigen Menschen mit Diabetes Typ 2. Laut mehreren Studien müssen mehr als 80 Prozent der Zuckerkranken drei Monate danach keine Medikamente mehr nehmen.

      Allerdings sind sie wegen der schlechteren Nährstoffverwertung lebenslang auf Vitamin- und Mineralstoffpräparate angewiesen, sonst können schwere Mangelerscheinungen wie Blutarmut, Haarausfall oder Osteoporose auftreten. Zudem besteht bei diesem wie bei anderen malabsorptiven Verfahren die Gefahr, dass die komplizierten Nahtstellen zwischen Magen und Darm platzen.


      Kirsten Milhahn



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    • Duodenal Switch (BPD) - Essen fast ohne Dünndarm

      Noch radikaler als ein Magenbypass ist ein so genannter Duodenal Switch. Bei dieser OP näht die Ärztin aus dem Magen einen schmalen Schlauch, der nur noch ein Viertel des ursprünglichen Volumens hat.

      Diesen Restmagen verbindet die Operateurin mit einer Dünndarmschlinge. So wird ein großer Dünndarmabschnitt ausgeklinkt. Erst kurz vor der Einmündung in den Dickdarm kommen die Verdauungssäfte aus Bauchspeicheldrüse und Gallenblase mit dem Nahrungsbrei zusammen.

      Mit diesem Eingriff lässt sich zwar der größte Gewichtsverlust erzielen. Er zählt aber auch zu den riskantesten Operationen. Deshalb wird er meist nur bei so genannten Super-Obese - Menschen mit einem Body-Mass-Index über 60 - durchgeführt.

      Diese Operation greift massiv in die Stoffwechselvorgänge ein. Das kann unangenehme Begleiterscheinungen verursachen, etwa starke Durchfälle und Blähungen. Auch hier muss der Operierte lebenslang Pillen mit Vitaminen und Mineralstoffen schlucken. Tut er das nicht, können schwere Mangelerscheinungen wie Blutarmut, Haarausfall oder Osteoporose auftreten.


      Kirsten Milhahn


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    • Magenschrittmacher - Elektrische Impulse im Magen

      Ein neues, viel versprechendes Verfahren ist die Magenstimulation. Ein Magenschrittmacher gleicht einem Herzschrittmacher - Elektroden geben elektrische Impulse in das Organ. Die Elektroden des Magenschrittmachers sitzen in der Magenwand.

      Die Impulse, die von ihnen ausgehen, wirken der Peristaltik entgegen, also der natürlichen Muskelbewegung, mit der der Speisebrei in Magen und Darm weitertransportiert wird. Die Nahrung wird nur langsam weiterbefördert und der Übergewichtige verspürt weniger Appetit.

      Dass der Schrittmacher beim Abnehmen hilft, konnten Forscher bislang noch nicht beweisen. Studien belegen aber, dass der Apparat bei stark Übergewichtigen mit Typ- 2-Diabetes Symptome verbessert. Vermutlich, weil dadurch der Magen-Darm-Trakt anders als zuvor Stoffwechselhormone ausschüttet.

      Regt der Magenschrittmacher die Verdauung zu sehr an, können Sodbrennen, Magenknurren und unregelmäßiger Stuhlgang auftreten - von Verstopfung bis zu Durchfall. Isst der Operierte zu viel, wird ihm mitunter schlecht. Manche Betroffenen verspüren im Bereich der Magenwand ein leichtes Kribbeln direkt unter der Haut. Wie bei einem Herzschrittmacher können Metalldetektoren, wie sie etwa auf Flughäfen zu finden sind, das Gerät zusätzlich stimulieren.


      Kirsten Milhahn



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      Foren-Team

    • :hello Chris!

      Ich fand die Beiträge sehr gut verständlich. Gut fand ich auch, dass nicht so viele Fremdworte benutzt wurden, also einfach aber umfangreich erklärt.

      Die Grafiken sind auch sehr gut und aufschlussreich dargestellt.

      Alles in allem sehr interessant.

      LG Gabi
    • Feeeeeeedback
      :daumenrauf :daumenrauf :daumenrauf :daumenrauf

      Nix zu beanstanden alles gut erklährt gerade für Menschen die neu einsteigen in die Thematik.
    • Hallo Chris!

      Ich finde es gut erklärt,das könnten sogar Laien verstehen. Auch die Bilder sind sehr anschaulich.
      Vor allem in der Kürze gut auf den Punkt gebracht! :daumenrauf
      Lieben Gruß Silke
    • Hallo Chris,

      absolut verständlich und auch für nicht Doktoranten wie mich zu verstehen.
      Danke
      Mitglied im Adipositas Verband Deutschland e.V. :daumenrauf

      [IMG:http://www.ketoforum.de/diaet-ticker/pic/weight_loss/49817/.png]

      Jeden 2 und 4 Montag im Monat um 18 Uhr trifft sich die Adipositas SHG Osnabrück im Haus der Gesundheit (Altes Gesundheitsamt) Hakenstr. 6 in Osnabrück.

      Bei Fragen meldet euch bitte bei SimoneK
      Shg-osnabrueck@gmx.de - Hier meine Handynummer: 01776809446


      Ich freue mich auf euch
      Lieben Gruss Simone
    • RE: Die operativen Möglichkeiten kurz erklärt

      Hallo Chris....

      Super geschrieben....Klar und Deutlich erklärt.......Werde ich mir ausdrucken und bei bedarf weitergeben.

      Danke...



      LG
      Jessica
      :knuddel
    • :hello Chris!

      Ich bin ja noch frisch hier und auch ich fande die Beiträge auf jeden Fall verständlich und aufschlussreich..... :daumenrauf


      Sehr interessant geschrieben ....... :abblaus

      Also mir hat es auf jeden Fall geholfen einen Gesamtüberblick zu bekommen! :thanx



      Liebe Grüße, Steffi :blumen
    • RE: Die operativen Möglichkeiten kurz erklärt

      Hallo Chris,

      Erklärung ist super - danke!

      Die wohl bisher verständlichsten Grafiken, wie ich finde.


      LG
      Sanne
      Mitglied im Adipositas Verband Deutschland e.V. - Und Du? :regenbogen

      :gackern _________________________________________________________________
      Mitglied im Arbeitskreis SHG-Betreuung und Weiterbildung
    • :hello

      ICH BIN GANZ NEU HIER UND FINDE DEN BERICHT SEHR INTERESSANT :daumenrauf UND ICH BIN ECHT FROH :lach DAS ES DAS HIER GIBT NUN FÜHLE ICH MICH NICHT MEHR SO ALLEIN :smiliesMIT DEM PROBLEM
      :puschel:

      ICH STEH NOCH GANZ AM ANFANG DER SACHE HABE AM 25.05 ERSTMAL EINEN TERMIN BEI DEM ARZT ZUR INFORMATION UND BIN GESPANNT WAS ER MIR SAGT ODER ERKLÄRT OB UND WENN WAS BEI MIR GEMACHT WERDEN KANN



      LIEBEN GRUß MOEPPEL
    • :hello Moeppel

      das ist schön zu lesen, freut mich.

      Nimm dir viel Zeit dich schlau zu lesen, dich zu informieren
      und wenns Fragen gibt, dann immer hier im Forum einen neuen
      Beitrag dazu aufmachen !

      :daumenrauf

      :Feuerwerk-01 Ich bin dabei - DU auch ? klick hier :Feuerwerk-01
      Foren-Team

    • Ich finde die Erklärungen auch sehr gut.

      Aber, auch wenn ich nicht mehr so häufig operiert, muss ich doch anmerken, dass mir dabei wieder eine Op-Methode fehlt.......

      ( *Scherzmodus an*: "Sowas wie mich gibts ja auch noch!" :lach *Scherzmodus aus*... )
      Liebe Grüße, Helga
    • PÖH.... :grins

      Mich dann mal schmollend in die noch nicht vorhandene Ecke stell!! :lach
      Liebe Grüße, Helga